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Die Geschichte 2007

 
 

Das Setting

Zur Zeit ist Regis Hastur der König von Darkover.
Der Ort des Geschehens ist eine kleine Herberge am Rand der Venza-Berge, die von der Kräuterfrau Brianna und ihrer Schülerin Larissa geführt wird. Wenn man auf der Handelsstraße von Thendara nach Ardais reist, kann man hier Rast machen.
Durch die Straßensperre zwischen Thendara und Ardais (Grünberg 2006) hat sich in Briannas Herberge eine bunt gewürfelte Schar auch illustrer Gäste eingefunden. Und da die Straßensperre weiterbesteht, sitzen die Gäste fürs Erste in der Herberge fest. Langweilig wird es ihnen trotzdem nicht..

Die Geschichte

Diotima Sarah verkündet am nächsten Morgen, daß sie dringend abreisen müsse, ihre Pflichten als Comynara erforderten es. Brianna findet das unverantwortlich, schlließlich seien die Reisescheine des Lord Vyandal zu beachten. Sie erinnert außerdem an die immer noch bestehende Straßensperre - wie soll sie verehrte Domna Sarah da durchkommen? In gedämpften Ton bemerkt sie außerdem, daß die verehrte Domna - bei allem Respekt - wohl noch etwas mehr sei als eine pflichtbewußte Tochter aus hohem Hause.
Domna Sarah läßt sich davon nicht beeindrucken. Sie nimmt Hadrians Spezialmatrix (der Silberanhänger mit dem blauen Stein) an sich und scheint sehr gelassen. Brianna ist nicht so ruhig, immerhin haben sie und ihre Gäste den Sohn des örtlichen Lords getötet. Dann reist die Comynara ab, ohne ihren Beschützer Leon Vallonde. Stattdessen überredet sie die beiden Entsagenden Kira und Jaelle, sie zu begleiten. Die beiden Frauen sind nur zu begierig, das unheimliche Gelände zu verlassen.

Die anderen Gäste trauen sich nicht so recht. Immerhin gibt es die Anweisung, auf die Gesandten von Dom Adarn zu warten. Also bleiben sie in der Herberge und harren der Dinge die da kommen, noch gibt es genug zu essen und zu trinken für alle. Vom Wald hält sich aber jeder erst mal fern, auch Nicht-Laranzus haben das deutliche Gefühl, daß vom Wald eine Gefahr ausgeht.

Währenddessen hat sich in Thendara erneut eine kleine Reisegruppe abenteuerlustiger Terraner aufgemacht, den Planeten zu erkunden. Ein paar Darkovaner schließen sich ihnen an, unter ihnen Dom Raziel Terrelind, ein Turmarbeiter aus Arilinn, der nach Hause zu seinem schwerkranken Vater möchte. Als wortkarger und eher menschenscheuer Laranzu hält er sich meist abseits der Gruppe. Eine Terranerin, Mestra Saly S. Tra aus Vainwal, fällt ihm dabei positiv auf, denn sie verhält sich höflich-unauffällig und trägt ein hochgeschlossenes langes Kleid, wie es sich auf Darkover für eine anständige Frau gehört.

Auf halber Strecke werden sie aufgehalten wie auch die Reisegruppe vor ihnen, doch es ist kein Streckenposten der Familie Hastur oder Ardais, der sich ihnen in den Weg stellt, sondern eine Gruppe wütender Katzenwesen. Panikartig zerstreut sich die Gruppe, Dom Raziel und Mestra Salystra flüchten vor den Katzenwesen in den Wald, wo sie mit ein wenig Glück deren Klauen entkommen und etwas aufgelöst, aber wohlbehalten die Herberge der Kräuterfrau Brianna erreichen.

Die Gäste der Herberge hören mit Schaudern, daß die Katzenwesen ihre Baue verlassen haben, sie sind um so mehr entschlossen, die Gesandtschaft von Dom Adarn zu erwarten.

Diese erscheint auch wenig später in Gestalt von Dom Cathal Vyandal und seiner weiblichen Leibwache Cahira n'ha Gavri. Die beiden sind ein seltsames Paar, der kränkliche, vorzeitig gealterte Jüngling und die Entsagende, die sich sogar für eine Entsagende bemerkenwsert respektlos gegenüber ihrem Brotherren verhält.

Überhaupt hat Cahira ein recht lockeres Mundwerk. Sie macht sich über den Terraner Professor Brandon lustig, der sich wohl eine schlimme Erkältung zugezogen hat, jedenfalls wirkt er mitleiderregend blaß, auch klagt er über Kopfschmerzen. Brianna verabreicht ihm erst einmal beruhigenden Kräutertee, denn in diesem Zustand kann Brandon unmöglich reisen. Es scheint ihm danach auch besser zu gehen, aber nur, solange Cahira nicht in der Nähe ist.

Dom Cathal meint, er habe es nicht eilig, und setzt sich ohne Umstände mit seiner Begleiterin an den von Brianna gedeckten Abendbrottisch. Während der Mahlzeit erzählt er, daß er seinen verschollenen Cousin Hadrian Kyril suche, der leicht verwirrt sei und immer wieder spurlos verschwinde. Geradezu beiläufig erwähnt er, daß gestern abend hier in der Gegend ein großes Feuer ausgebrochen sein müsse, denn es war vom Landsitz seiner Familie ein helles Leuchten über dem Wald zu sehen.

Auf diese Fragen hin herrscht erst betretenes Schweigen, dann redet jeder durcheinander, am Ende ergreift Brandon das Wort. In seiner gewohnt umständlichen Sprache berichtet er von dem Labor im Wald, den beiden großen Matrizes und den Geistern darin, und wie das Matrixgitter, daß sie mit Hilfe der Domna Diotima Sarah gebaut hätten, explodiert sei.
Dom Cathals blasses Gesicht wird bei alledem noch blasser, während Dom Raziel den Professor aufgebracht anfährt, wie sie auf die Idee kämen, mit Matrixartefakten herumspielen, ohne etwas davon zu verstehen. Brandon, ziemlich eingeschüchert und immer noch kopfschmerzgeplagt, versucht nun Dom Cathal zu erläutern, wie Hadrian Kyril zu Tode kam, und redet sich dabei beinahe um Kopf und Kragen.

Während Dom Cathal sich ob der Pietätlosigkeit mühsam beherrscht an seiner Stuhllehne festkrallt, steht Cahira kurz davor, diesen ungehobelten Terranerabschaum einen Kopf kürzer zu machen; nur ein expliziter Befehl von Cathal hält sie davon ab.
Mestra S. Tra verfolgt das Ganze mit bemerkenswerter Ruhe und stellt ein paar höfliche Fragen. Sie erklärt, sich hier mit ihrem Geschäftspartner Daryl treffen zu wollen, das Päckchen, was sie bei sich trage, sei eine ihrer Handelswaren. Obschon sie beteuert, es handele sich nicht um illegale terranische Technik, besteht Cathal darauf, den Inhalt zu inspizieren, und geleitet die Madame dazu ins Hinterzimmer.

Tatsächlich befindet sich in der Verpackung ein Miniaturdestille aus Kupfer und feinstem Glas, wohl nicht exakt illegal, aber wertvoll genug, um damit ein ganzes Gut zu kaufen. Mestra Tra kann nicht sagen, was ihr Geschäftspartner damit wollte, es sei ihr auch herzlich egal. Cathal verzichtet darauf, die Destille zu konfiszieren, aber ihm wird klar, daß der vorgenannte Daryl nur Hadrian Kyril gewesen sein könne.
Er verkündet, die Dinge lägen noch schlimmer lägen, als er und sein Onkel befürchtet hätten, leider könne er auch nicht klar erkennen, wer nun was und wieso getan hätte. Er verhängt im Namen von Dom Adarn eine Ausgangssperre für alle, jeder, der sich ohne seine Erlaubnis weiter vom Haus entferne als bis zum Pferdestall, werde als vogelfrei gelten.

Die Stimmung unter den Gästen wird noch angespannter, als Cahira den Professor noch einmal wegen seines Benehmens anfährt. Provozierend streckt sie Brandon die Hand hin, doch als er sie unter Mißachtung der Landessitten einfach ergreifen will, erbricht er sich stattdessen vor aller Augen. Wiederum rettet Dom Cathals Befehl den ungehobelten Ausländer. Dom Raziel erscheint das Ganze jedoch so merkwürdig, daß er den Professor schließlich mit dessen Erlaubnis untersucht. Das Ergebnis überrascht alle: Der werte Herr Brandon Carlington hat die Schwellenkrankheit, obwohl seine Familie seines Wissens seit Generationen auf Terra lebt.

Brianna möchte Brandon helfen, doch für ein wirklich wirksames Getränk fehlen ihr die Ingredenzien. Cathal, der sich den Wald mit den Ruinen darin ohnehin selbst näher ansehen wollte, organisiert eine Expedition, an der auch Briannas Schülerin Larissa teilnimmt, um nach der Sonnenwarte und der Andermalve zu suchen. Damit auch die anderen mithelfen können, fertigt Brianna eigens eine Zeichnung der beiden Pflanzen an.

Immer auf der Hut vor Anzeichen der Katzenwesen macht sich die Gruppe auf den Weg. Dom Cathal besichtigt das Grab von Hadrian Kyril, auf dem zwei Blutfarne wachsen, obschon die anderen beteuern, daß es vor zwei Tagen immerhin nur einer gewesen sei.
Das alte, verlassene Labor im Wald ist völlig zerstört, nicht einmal mehr Nullsteine sind hier zu finden. Die beiden Terraner in der Gruppe entdecken aber, daß tief unten im Boden noch jede Menge Kabel verlegt sind, die intakt zu sein scheinen - eine Information, mit die Darkovaner zunächst nichts anfangen können.

Weiter im Wald findet Raziel einen ziemlich zerfetzten Tierkadaver, und eine ungebetene Vision sagt ihm, daß dieser Kadaver von einem Banshee zerfetzt worden sei. Raziel lädt angesichts der drastischen Bilder erst einmal sein halbverdautes Mittagessen im Gebüsch ab, offen bleibt die Frage, was ein normalerweise bergbewohnender Banshee im Wald macht. Er wird neugieriger und bleibt absichtlich zurück, um die Überreste des Labors mit Hilfe seines Larans zu untersuchen. Er erhält zunächst eine Menge verstörender Bilder von Feuer, Tod und Leid, die ihn erneut an den Rand des Erbrechens bringen.

Dann erscheint ihm der Geist eines älteren Darkovaners, der behauptet, Alastair zu sein. Er bietet Raziel große Macht an und fordert ihn auf, ein Amulett für ihn zu finden, dessen Bildnis er Raziel vor die Nase hält. Raziel bemerkt, daß der Geist den Wald offenbar nicht verlassen kann, und zieht sich eilig zurück. Der Geist lacht ihn dafür aus und ruft Raziel hinterher, daß er das Amulett ruhig behalten könne, wenn er es denn finde.

In der Herberge fällt auf, daß Madame Tra sich manchmal seltsam verhält und wie ausgewechselt scheint, einmal fährt sie Raziel mit tiefer Stimme an. Anschließend kann sie sich nicht daran erinnern, sie merkt aber nur, daß ihr anscheinend Zeit fehlt. Irgendwann findet sie das auch gar nicht mehr lustig und erklärt sich bereit, den Ereignissen hier in der Gegend auf den Grund zu gehen.
Die Gäste beschließen mit Dom Cathals Erlaubnis, die Spur der Kabel durch den Wald zu verfolgen. Dom Cathal begleitet sie, immer bewacht von Cahira, deren Anwesenheit ihn offenbar sehr beruhigt, denn sobald sie außer Reichweite gerät stolpert der hohe Herr reichlich unbeholfen durchs Gelände.

Quasi im Vorbeigehen findet Dom Raziel ein geheimes Waffenlager, in dem Unbekannte verbotene terranische Schußwaffen versteckt haben. Dom Raziel nimmt die Tasche mit den Waffen mit, er zeigt sie Cathal später im Geheimen, der die Tasche an sich nimmt, ohne großes Aufhebens darum zu machen.

Bei den Streifzügen wird noch ein versteckter Schatz gefunden, der nicht nur mit einem Matrix-Schloß, sondern auch mit terranischem Gerät abgesichert ist, und es erscheint unmöglich, an das Matrix-Schloß heranzukommen, ohne dabei von dem Gerät einen elektrischen Schlag zu bekommen.

Aber auch hier hat die Erde buchstäblich einen doppelten Boden, und die Kabel führen die Gruppe weiter in den Wald, wo ein weiteres terranisches Artefakt gefunden wird, das Ms Tra und der Professor als "Computer" identifizieren. Der Computer ist alt und mit Spinnweben überzogen, er ist an einen Matrixtrafo angeschlossen, der noch intakt aussieht. Der Computer selbst scheint aber einen Defekt zu haben. Brandon und Madame Tra, die beiden Terraner, machen sich mehr oder weniger fachkundig an dem Gerät zu schaffen. Brandon entfernt kurzerhand die Festplatte, um mit Hilfe eines Taschencomputers, den Madame Tra (illegalerweise) mitgebracht hat, die Daten auszulesen.

Das funktioniert aber erst, nachdem Brandon mit Hilfe seines rudimentären technischen Wissens die Mechanik der Fesplatte repariert hat, doch schließlich gelingt es, den Computer zu aktivieren, der den Anwesenden zunächst einmal ein Rätsel präsentiert - ohne die Lösung desselben ist der Rechner nicht bereit, auf irgendetwas zu antworten.

Die Gruppe löst das Rätsel jedoch recht schnell, und so bekommt man aus dem Computer einiges heraus. Zum Beispiel, daß er sich langweilt, und daß er mit Hilfe eines sogenannten Avatars die Neuankömmlinge begleiten will, denn der Matrixtrafo bietet ihm genügend Energie in einem Umkreis von einer irdischen Meile.

Auf die Frage nach Alastair gibt es nicht viel Antworten, aber er druckt einen Schaltplan aus, der im Kampf gegen Alastair helfen soll - irgendwo mitten im Wald wird auch der Drucker stehen, auf dem der Schaltplan gedruckt wurde. Und er deaktiviert freundlicherweise das elektrische Gerät, mit dem der Schatz gesichert wurde.

Die Gruppe findet den Drucker und den Schaltplan, und Raziel öffnet anschließend das Matrixschloß. Hier finden sich acht silberne Amulette, die einen blauen Sternstein in der Mitte tragen. Es handelt sich wohl um eine ziemlich üble Kombination aus terranischer Technik und Matrixwissenschaft. Aus den kryptischen Antworten des Computers und Raziels Fachwissen reimt sich die Gruppe zusammen, daß die "Amulette" mit Hilfe eines Zirkels verbunden werden können, und sie finden auch heraus, daß dazu wohl ein weiteres spezielles Amulett erforderlich ist.

Mit Hilfe der Angaben aus dem Computer und ein wenig Nachdenken finden sie auch dieses- inmitten einiger grauenerregender menschlicher Überreste. Die Überraschung ist groß, als sie feststellen, daß sich um das gleiche Amulett handelt, das noch vor zwei Tagen Hadrian gehört und das Domna Diotima mitgenommen hatte.
Raziel und Leon decken die Leiche notdürftig mit Steinen ab, worauf alle in die Herberge zurückkehren, um ein eiliges Abendbrot zu verzehren - die Zeit drängt, der Matrixkreis muß vorbereitet werden. Alle helfen mit, das große Gebilde dem Plan entsprechend aufzubauen, dann trinkt jeder von dem speziellen Gebräu, das Brianna vorbereitet hat, nimmt sich ein Amulett und geht auf seinen Platz.

Und Alastair erscheint, anscheinend gutgelaunt, denn er macht sich sehr über die Ritualteilnehmer lustig, allerdings zeigt er sich ziemlich anfressen darüber, weil sie außer ihm selbst auch sein Lebenswerk vernichten wollen.

Während der wütende Raziel noch daran ist, die Energien zu sammeln und auf Alastair zu richten, beginnt Alastair, mit Mestra Tra zu feilschen, und sie geht darauf ein. An Schönheit und Jugend ist sie nicht interessiert, neuartige Drogen oder Matrixartefakte locken sie dagegen schon. Sie hat ohnehin an dem Ritual nur teilgenommen, um dem Laranzu zuvorzukommen, der ja immer mal wieder von ihr Besitz ergriffen hatte. Alastair entschuldigt sich bei Madame Tra und meint, daß er das nur aus Not getan hätte, weil er einen Körper brauchte. Aber er könne ja den Körper eines anderen Teilnehmers nehmen - und Madame Tra hat gar keine Probleme damit, wenn Alastair den Körper des anderen Terraners übernehmen würde.

Die anderen Teilnehmer sind sehr erbost über das Verhalten, und es ist fast ein Wunder, daß der Kreis nicht zerbricht, auch wenn die Amulette und das große Matrixgitter unter Dom Raziels kundiger Führung einiges dazu beitragen. Raziel versucht mehrfach, den alten Laranzu zu treffen, was ihm aber mehr schlecht als recht gelingt, weil dieser zwischen den Körpern der unerfahrenen Teilnehmer des Kreises hin und herwechselt. Raziel bleibt nichts anderes übrig, als Alastair in die Überwelt zu folgen, um ihn dort zu bekämpfen, und die anderen geben sich alle Mühe, ihm über den Kreis stetig die nötige Kraft zu spenden.

Mit der besonderen Unterstützung von Dom Cathal - oder bildet sich Raziel das nur ein? - und dem Professor Brandon, der sich als Opfer anbietet, gelingt es, den Alastairs Geist aufzulösen. Seine Essenz bleibt in der Überwelt, doch was er eins dargestellt hat, existiert nicht mehr.

Gewaltige Energien fegen durch den Kreis auch in die körperlichen Formen der Teilnehmer, und eines der Amulette zerspringt. Sofort bricht der Kreis auseinander, das Matrixgitter wird förmlich gesprengt, alle sinken völlig erschöpft zu Boden, nur Briannas Trank rettet sie vor dem Tode, bis Brianna und Larissa wieder soweit bei Sinnen sind, daß sie die übrigen einigermaßen versorgen können.
Bis auf Madame Tra, die von Professor Brandon buchstäblich aus dem Haus geworfen wird, ziehen sich alle in die Herberge zurück, um den Morgen abzuwarten. Ihr letzter Gedanke vor dem Einschlafen ist, daß sie nun dem Übel in den Venzabergen ein Ende bereitet haben...